Sehr geehrte Frau Lang,

 

ich werde beim Singen im Unterricht immer müde und verlasse meine Gesangs-Stunde öfter mit Halsschmerzen. Beim Üben zu Hause komme ich ebenfalls nicht weiter und singe mich fest. Was würden Sie mir raten?

 

A.K.

 

 

Sehr geehrte Frau K.,

 

„Ferndiagnose“ ist in Ihrem Fall schwierig und wäre meiner Meinung nach auch nicht seriös.

Ihre Symptome lassen Spielraum für allerlei Vermutungen und Spekulationen über die Gründe und auslösenden Faktoren.

Ihr Ansprech-Partner ist in diesem Falle Ihr Gesangs-Lehrer. Sprechen Sie ihn darauf an. Es wird auch in seinem Interesse sein, Ihnen zu helfen, Ihr Problem in den Griff zu bekommen.

 

Im Laufe eines Sängerlebens kann man häufig in eine Situation kommen, wo „es“ oder direkt gesagt, „die Stimme“ nicht so läuft, wie wir das gerne möchten. Dann ist es natürlich wunderbar, wenn man ein Netzwerk hat, das greift und schnell bei der Problemlösung helfen kann. Viel wichtiger ist es meiner Meinung nach, dass wir Sänger ein gesundes Gefühl für unseren Körper und unsere Stimme entwickeln, das uns schnell ermöglicht, wieder in unsere Balance zu kommen.

Mein Lehrer Angelo Loforese erzählte mir, dass er seinem Lehrer beim Fachwechsel vom Bariton zum Tenor die Turiddu- Arie vorgesungen hatte und dass er Schwierigkeiten mit dem  Passaggio hatte. Er bekam folgenden Rat: „Alles ist in Dir und nur Du weißt, wie Du nicht müde wirst. Also: Lerne, beim Singen nicht müde zu werden!“

Das klingt zwar hart, erfordert vielleicht großen persönlichen Einsatz, Geduld und Zeit, wird im positiven Fall aber zu einer sängerischen Stabilität und zu SEINER EIGENEN Stimme führen.

 

Herzlichst

 

Ihre

 

Petra Lang